Rendez-vous in 2029!
Seit August 2023 ist Muriel Rouget CEO der Kubrix Ziegeleien. Höchste Zeit, ihr ein paar interessante Fragen zu stellen und rauszufinden, was sie über Kubrix und die Branche zu sagen hat.
Wie alles anfing
Nach dem Studium an der ENSEEHIT Toulouse, das sie als Maschinenbau-Ingenieurin abschloss, ging Muriel Rouget als Abgasanlage-Entwicklungsingenieurin zu Eberspächer nach Stuttgart. Fünf Jahre später nahm sie während den nächsten 19 Jahren verschiedene Rollen bei IMI plc. ein: als Projektmanagerin, dann als Abteilungsleiterin Projektmanagement bei IMI Critical Engineering in Wien (für 7 Jahre) - Energie Sektor (O&G, Power, Anlagebau), als Operation Director und Managing Director bei IMI Critical Engineering in Winterthur (während 8 Jahren) - Energie Sektor (Nuclear Power, Anlagebau), als Plant Manager IMI Hydronic Engineering, Füllinsdorf – Energie Sektor, Heizungsanlage (während 4 Jahren). Dazwischen (2018) absolvierte sie ein MBA an der Universität St. Gallen und seit August 2023 ist sie CEO bei Kubrix Ziegeleien.
Die Verantwortlichen der Kubrix-Gründerfamilien hatten sich bewusst Zeit genommen, um einen CEO für Kubrix Ziegeleien zu bestimmen. Dass die Wahl auf Muriel Rouget fiel, war nicht nur aufgrund ihres ausgeprägten Gespürs für Industrie, Technik und Entwicklung, sondern auch aufgrund ihres Gespürs für Management. Hinter ihrem ruhigen und sachlichen Führungsstil steckt viel Enthusiasmus und die Vision, Kubrix Ziegeleien als zuverlässigen, modernen und nachhaltigen Partner der Bauindustrie zu festigen. Ganz im Sinne der Gründerfamilien.
Kurz vorgestellt
Muriel Rouget ist seit August 2023 CEO bei Kubrix Ziegeleien, lebt in einer Partnerschaft ohne Kinder und liebt es zu reisen, zu lesen und Sport zu betreiben, wenn sie denn mal Zeit dazu findet.
Das erste Jahr
Muriel Rouget hat die Funktion als CEO beim grössten Anbieter von Mauerwerksprodukten in der Schweiz angetreten, als dieser sich nach dem Schulterschluss der drei Familienunternehmen in einem schwierigen Marktumfeld etablieren musste. In der Startphase von Januar 2021 bis Juli 2023 übernahm Christian Keller als Delegierter des Verwaltungsrates die Geschäftsführung der Kubrix AG. Das erste Kubrix-Jahr war geprägt von den Einschränkungen durch die Pandemie. Die Zusammenführung der rund 60 Mitarbeitenden und vier Werke zu einer Einheit war unter diesen Umständen eine schwierige Aufgabe. Die Kundenkontakte mussten auch auf ein Minimum reduziert werden – keine guten Voraussetzungen für eine «neue» Firma. Das zweite Jahr sollte einfacher werden. Mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine und dem massiv gestiegenen Erdgaspreis wurde die Situation aber für die ganze Branche schwierig. Die Lage entspannte sich erst im Frühjahr 2023. Nach über zwei Jahren Kubrix AG waren die Prozesse eingespielt und die Zusammenarbeit unter den Mitarbeitenden gefestigt. Zeit, die Führung der Kubrix AG in neue Hände zu legen.
Ich würde mir in diesen Zeiten etwas mehr Rationalität wünschen.
Archäologin, weil mich Geschichte und Entdeckungen schon immer fasziniert haben.
Für Mathematik und Physik konnte ich mich schon in der Schule begeistern. Logik und auch hier wiederum das Entdecken eines enormen, immer spannenden Wissens hatte mich einfach gepackt. Das führte mich letztlich zu Engineering.
Ich habe die Chance gehabt, immer in Firmen mit einer sehr offenen Kultur zu arbeiten. Eine Frau zu sein in einem eher von Männern dominierten Umfeld war für meine Karriere kein Thema. Ich weiss, dass dies nicht immer so ist, aber mehr und mehr Firmen achten darauf, eine Kultur zu entwickeln, in der Geschlechter keine Rolle spielen. Für mich zählen nur die Menschen: Was sie machen, wie sie es machen und wer sie sind.
Die Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen, Kollegen oder Vorgesetzten, die mich inspiriert und vor allem herausgefordert haben. Es waren – zugegeben – bisweilen auch schwierige Erfahrungen, aber ich habe mich dank ihnen auch weiterentwickeln können.
Der Weg zu «grünen Steinen» ist sicherlich eine spannende Herausforderung, die in den nächsten Jahren an Wichtigkeit gewinnen wird.
Mit viel Herzblut engagierte, sehr freundliche Mitarbeiter*innen, die ein enormes Wissen und wertvolle Erfahrung, Sinn für Tradition haben und offen für Neues sind.
Verschiedene Effekte wie gestiegene Baupreise, höhere Zinsen oder langsame Baubewilligungsprozesse haben tatsächlich die Bautätigkeit in 2023 belastet, was sich wahrscheinlich auch auf dieses Jahr auswirken wird: Die Prognosen sind eher rückläufig. Aber die Schweizer Bevölkerung wächst, der Bedarf an Wohnraum und Infrastruktur ist nach wie vor ungebrochen. Dazu repräsentiert der Sektor Gebäude rund 26 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der Schweiz (Stand 2021). Deshalb werden wohl Sanierungen oder Umbauten wieder zunehmen und weiterhin neue Lösungen anstelle fossiler Brennstoffe forciert.
Der Backstein ist in der Schweiz hauptsächlich lokal produziert aus natürlichem Rohstoff, regional verkauft, das heisst kurze Wege von der Grube bis zu fertigem Haus. Dazu ist das Produkt langlebig, und wiederverwertbar. Natürlich ist der Energiekonsum bei der Herstellung signifikant. Wir engagieren uns, wie andere Akteure der Branche auch, mit unserem Berater EnAW für eine aktive Reduktion unsere Emissionen. In Sachen Backsteine geht es über Prozessoptimierungen, den Einsatz neuer Technologien und alternative Energien. Der Weg zu «grünen Steinen» ist sicherlich eine spannende Herausforderung, die in den nächsten Jahren an Wichtigkeit gewinnen wird.
Die Branche ist eher konservativ, was Digitalisierung angeht. Allerdings ist es ein Thema, womit wir uns befassen: Die neue Generation bringt z.B. andere Arbeitsweisen. Wichtig ist, dass ein Digitalisierungsprojekt einen klaren Mehrwert für unsere Kunden bzw. unsere Firma bringt.
Ich stelle mir vor, dass Kubrix bis dahin schon sehr gut unterwegs sein wird auf seiner CO2-Roadmap. Ich bin auch überzeugt, dass Kubrix sich noch stärker als ein wichtiger Partner für seine Kunden weiterentwickeln wird. Und ein Ort sein wird, wo Mitarbeiter*innen gerne hinkommen und sich engagieren. Für alles andere: Rendez-vous en 2029!
Ich würde mir in unseren Zeiten wieder mehr Rationalität wünschen.